24 Ausgabe 10/25 S&G Hand-Express Kassenlose Läden schließen wegen Kundenmangel hag. In kassenlosen Supermärkten wird Einkaufen ohne lästiges Warten an der Kasse versprochen. Vorreiter dieses Systems ist der Online-Riese Amazon, der schon vor Jahren mit seinen „Amazon Go“ Läden Schlagzeilen machte. Dieses Bezahlmodell funktioniert per Videoüberwachung mit Gesichtserkennung. Jede Bewegung der Kunden wird von unzähligen Kameras und Sensoren überwacht und es werden unzählige biometrische Daten und Informationen über jeden einzelnen Kunden erhoben. Die Systeme erkennen automatisch, welche Ware der Käufer an sich nimmt. Durch das Ein- und Auschecken per Smartphone am Ladeneingang verknüpft die Videoüberwachung den Einkauf mit dem Kontoinhaber und bucht den berechneten Betrag ab. Neben den vielen datenschutzrechtlichen Problemen dieser Technologie besteht auch die Gefahr individueller Preismanipulationen. Doch offensichtlich durchschauen viele Menschen dieses System und meiden solche Supermärkte intuitiv. Wie Amazon nun bekannt gab, werden sechs solche Läden wegen Kundenmangels geschlossen. Dies zeigt, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, solche Systeme ausufernder Überwachung und Digitalisierung zu stoppen. [6] „Viele kleine Menschen, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz der Welt verändern!“ Sprichwort der Xhosa (südliches Afrika) Schlusspunkt ● Es ist mit dem Bargeld wie mit allem: Wenn nicht jeder seinen Teil gibt und auf die bargeldlosen „Köder“ verzichtet, werden wir irgendwann überhaupt nicht mehr die Möglichkeit haben, zu entscheiden. Dann wird aber die bargeldlose bzw. digitale Methode nicht mehr die angenehmere sein, sondern es wird uns ergehen wie dem Fisch, der samt Köder an der Angel hängt. Darum stellt diese Ausgabe einen Aufruf dar, den Beispielen zu folgen und durch „Nicht-Mitmachen“ und striktes Ablehnen das Unheil von uns abzuwenden. Die Redaktion (rh.) Quellen: [4] https://www.kla.tv/30714 [5] https://www.kla.tv/30714 | https://www.infosperber.ch/wirtschaft/norwegenbeschliesst-bargeld-bleibt/ | https://www.cashmatters.org/blog/norways-government-seeks-to-strengthen-cash-for-nationalresilience | https://norberthaering.de/bargeldabschaffung/ [6] https://www.kla.tv/30714 [7] https://www.kla.tv/30714 Bargeld ist gedruckte Freiheit hag. Bargeld, als Bestandteil des Zahlungsverkehrs, ist für das Funktionieren unserer Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Wie anfällig rein digitale Zahlungssysteme sind, wurde im Juli 2024 durch ein fehlerhaftes Windows-Update anschaulich demonstriert. Dieses Update genügte, um weltweit Millionen PCs und damit ganze Flughäfen, Behörden und auch Banken lahmzulegen. Bargeld dagegen gewährleistet, dass der Zahlungsverkehr auch bei technischen Störungen sicher und unabhängig funktioniert. Hinzu kommt, dass Bargeld anonymes Bezahlen erlaubt, vor kommerzieller Überwachung schützt und ohne technische Hürden von jedermann genutzt werden kann. In diesem Sinne ist Bargeld auch gedruckte Freiheit. Wird seine Nutzung eingeschränkt, schwindet daher ein entscheidender Teil unserer Freiheit. Wenn jede Zahlung überwacht, kontrolliert, eingeschränkt und auch eingestellt werden kann, stellt sich die Frage: Gehört mein Geld wirklich noch mir, wenn es in der digitalen Welt eingesperrt ist? Eine freie Gesellschaft braucht daher ein freies Zahlungsmittel, das nicht überwacht und gesteuert werden kann. [4] Regierungen stärken Bargeldannahmepflicht jmr. Entgegen der weltweiten Agenda zur Abschaffung des Bargelds hat die Regierung Norwegens denen, die keine digitalen Zahlungsmöglichkeiten nutzen wollen, per Gesetz Sicherheit gegeben, dass sie dauerhaft alle Waren mit Bargeld bezahlen können. Seit dem 1. Oktober 2024 gilt nun: Geschäfte müssen Bargeld bis zu einem Betrag von 20.000 Kronen entgegennehmen. Das entspricht gegenwärtig knapp 1.700 Euros. In mehreren europäischen Ländern gibt es ähnliche Bestrebungen: In der Slowakei wurde 2023 das Recht auf Barzahlung in der Verfassung verankert. In Italien wurde 2022 gegen den Widerstand der EU-Kommission die Obergrenze für Barzahlungen von 2.000 auf 5.000 € erhöht. In Schweden will die Regierung sogar das Bargeldniveau des Jahres 2017 per Gesetz wiederherstellen und auch für die Zukunft verbindlich verankern. Als einstige Hochburg der Bargeldlosigkeit bedeutet dies für Schweden eine gewaltigeKehrtwende in der Geldpolitik. Dies zeigt, dass der Kampf gegen die Bargeldabschaffung noch lange nicht verloren ist und sich das Blatt schnell wendenkann. [5] hag. Um die Bargeldnutzung zu beenden, wurde in Nigeria im Oktober 2021 der eNaira, die erste digitale Zentralbankwährung Afrikas, eingeführt. Die Akzeptanz war jedoch so gering, dass ein Jahr nach dessen Einführung erst weniger als 0,5 % der Einwohner Nigerias diese neue Währung akzeptiert hatten. Laut dem geopolitischen Analysten Nick Giambruno war die Ablehnung des eNaira ein Symbol für das tiefe Misstrauen der Bevölkerung Nigerias gegenüber den herrschenden Eliten. Um die Bevölkerung zur Annahme zu zwingen, zog daraufhin der Gouverneur der Zentralbank von Nigeria, Godwin Emefiele, große Teile des Bargelds aus dem Verkehr. Auch führte er Limits für Bargeldabhebungen ein, was viele Millionen Nigerianer in existenzielle Not brachte und bei Unternehmen zu massiven Umsatzeinbrüchen führte. Doch die nigerianische Bevölkerung blieb standhaft. Am 3. März 2023 gab der oberste Gerichtshof Nigerias schließlich einer Klage gegen die Geldpolitik der Zentralbank statt, woraufhin diese ihr Vorhaben zur Bargeldabschaffung stoppen musste. Außerdem wurde Godwin Emefiele des Amtes enthoben, verhaftet und wegen Amtsmissbrauch angeklagt. Dieser Erfolg ist ein Paradebeispiel dafür, welch enorme Kräfte ein Volk entfalten kann, wenn es Eins ist. [7] Bargeldabschaffung in Nigeria scheitert krachend
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