s&G-Jahrbuch 2025

102 S&G Hand-Express Ausgabe 49/25: Unrechtmässige Inobhutnahmen „Sexueller Missbrauch von Kindern ist an sich nichts Schlimmes …“ PAS als Instrument für unrechtmäßige Urteile bji. … unsere Bewertung ist das Problem.“ Mit dieser Verdrehung fesselte Gardner missbrauchte Kinder an den misshandelnden Elternteil. Die Behauptung, dass Kinder von Natur aus an ihre Eltern (genetisch) gebunden seien und sie dabei immer beide Elternteile gleich liebten, spielt er – zugunsten des misshandelnden Elternteils – aus. Das missbrauchte Kind solle mit dem Täter verbunden bleiben, weil es doch „von seiner Natur her“ beide Eltern für die Entwicklung brauche. Gardner argumentiert mit der sog. „Entfremdungs-Falle“: Mit besonderer Sorgfalt soll die Entfernung des Täters vom Kind daher „ernsthaft erst erwogen werden, wenn alle Versuche einer Therapie der Pädophilie und der Wiederannäherung der Familie nachweislich fehlgeschlagen sind“. Wenn das Kind den Vater „hartnäckig und unbelehrbar“ ablehne, mit dem es doch durch uralte Gesetze verbunden sei, dann läge dahinter nicht der freie Wille des Kindes, sondern die Manipulation einer „gestörten Mutter“ (PAS*). Anstatt den Täter zum Schutz des Opfers zu entfernen, stellt man dem Kind den Missbrauch durch den Vater als normal dar. Man erklärt dem Kind, „dass es keine perfekten Eltern gibt“ und erzählt „von anderen Gesellschaften, in denen dieses Verhalten als normal betrachtet wird“. Dr. Renz-Polster hält dem entschieden entgegen: „Bindung spiegelt das gelebte und gefühlte Miteinander, […] sie ist nicht einfach das Resultat von Blutsverwandtschaft.“[4] jtb. Die „Parental Alienation Syndrome (PAS) Diagnose“ in familienrechtlichen Verfahren ist stark umstritten. Begriffe wie „symbiotische Bindung“ oder „Bindungsintoleranz“ werden von Gutachtern, Jugendämtern und Familiengerichten leichtfertig als Erklärungsmuster genutzt und dienen laut Prof. Jörg Fegert als „taktische Waffe im Umgangsstreit“. Ein Netzwerk von Gutachtern hat sich darauf spezialisiert, PAS-Vorwürfe gezielt zu produzieren. Unterstützt wird dies durch Lobbygruppen, die glauben, über diese Theorie „Väterrechte“ durchsetzen zu können. Nach sozialwissenschaftlichen Studien von Dr. Wolfgang Hammer werden immer wieder sozial unauffällige Kinder ohne stichhaltige Gründe wie Vernachlässigung oder Missbrauch aus ihren stabilen Lebensbezügen gerissen. Hammer belegt, dass ein erheblicher Teil der Urteilsbegründungen auf PAS-Argumentationen fußt, trotz fehlender wissenschaftlicher Legitimation. 4,9 Milliarden € zahlt der Steuerzahler im Jahr für diese Maßnahmen. Der Prozess um den Entzug der Kinder von ihren Eltern wird häufig über Jahre hinausgezögert und sehr oft als unwiderruflicher Fall behandelt. Selbst höchste Gerichte übernehmen diese PAS-Argumentationen, wonach Mütter Kinder systematisch entfremden oder Gewalt „erfinden“ würden, um den Umgang zu sabotieren. [5] PAS ist widerlegt – doch wer trägt die Verantwortung? ldr. Der UN-Menschenrechtsrat hat 2023 das Konzept der „Parental Alienation Syndrome“ als „Pseudo-Konzept“ verworfen. Dieser „Eltern-Kind-Entfremdungstheorie“ nach konnte eine Mutter das Sorge- und Umgangsrecht für ihr Kind durch u.a. rein unterstellte Anschuldigung verlieren. Auch das Bundesverfassungsgericht führte im November desselben Jahres aus, dass das „fachwissenschaftlich als widerlegt geltende Konzept des PAS keine hinreichend tragfähige Grundlage für eine am Kindeswohl orientierte Entscheidung biete“. Einfach gesprochen: Mit PAS könne vor Gericht nicht mehr argumentiert werden, da es als Theorie verworfen wurde. Dem hat sich das Justizministerium angeschlossen und die deutschen Familiengerichte aufgefordert, sich „an dieser Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu orientieren“. Umso drängender stellt sich die Frage, wie es möglich war, dass einzelne Gutachter und vermeintliche Experten solche umstrittenen Konzepte über Jahrzehnte hinweg in Verfahren einfließen lassen konnten. Zahlreichen Kindern und Eltern ist dadurch großes Unrecht widerfahren. Wer übernimmt dafür die Verantwortung? Es gilt, wachsam zu bleiben und zu fordern, dass diese angekündigten Beschlüsse in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden. Die Tatsache, dass sog. „Experten“ oder Gutachter wie Gardner ihre Theorie jahrzehntelang unangetastet verbreiten konnten, lässt stark an den Bemühungen der Justiz zweifeln.[7] *Parental Alienation Syndrome, dt. „Elterliches Entfremdungssyndrom“ Schlusspunkt ● Nicht jede Inobhutnahme ist auch gleichsam eine unrechtmäßige –ABER wenn aus Opfern Täter konstruiert werden und die Justiz, statt zu schützen, die wahren Täter deckt, muss das Volk das Unrecht sichtbar machen. Sind auch Sie von unrechtmäßiger Inobhutnahme betroffen, oder kennen Sie Familien, denen eine solche widerfahren ist? Mit Vetopedia-Inobhutnahme wurde eine Plattform geschaffen, um Opfern und Zeugen eine Möglichkeit zu geben – auch anonymisiert – Vorfälle zu schildern. Vetopedia bringt hier Licht ins Dunkel – dank Ihrer Zeugenberichte – und verleiht Einzelstimmen ein Gewicht! https://vetopedia.org/de/inobhutnahme Quellen: [4] https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/der-wahrehintergrund-der-pas-theorie/ | https://www.kinder-verstehen.de/meinwerk/blog/hintergrund-pas-teil-2/ [5] https://www.kinder-verstehen.de/meinwerk/blog/der-wahre-hintergrund-der-pas-theorie/ | https://landesfamilienrat.de/keine-einzelfaelle-sondern-system-studie-kritisiertpraxis-von-familiengerichten-und-jugendaemtern-zu-lasten-von-muettern-undkindern/ | https://landesfamilienrat.de/wp-content/uploads/2022/04/Faktenblatt.pdf [6] https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/der-wahre-hinterg rund-der-pas-theorie/ | www.kla.tv/16644 [7] https://unwomen.de/wpcontent/uploads/2023/06/G2307018-Report-of-the-Special-Rapporteur-on-violenceagainst-women-and-girls-its-causes-and-consequences-Reem-Alsalem-2023.pdf | https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2023/11/ rk20231117_1bvr107623.html Kranke Aussagen des „PAS-Urvaters“ Gardner tt. Richard Gardner behauptete allen Ernstes: „Sexueller Missbrauch ist nicht unbedingt traumatisch für ein Kind (…)“ „Sexuell missbrauchte Kinder leiden deshalb, weil unsere Gesellschaft auf Pädophilie überreagiert.“ Kinder seien „von Natur aus sexuell“ und könnten Erwachsene „verführen“. Und wenn dann die sexuelle Beziehung entdeckt wird, schieben sie die Schuld dem Erwachsenen zu ... etc. Dieser „Experte“ erklärte auch: Inzest sei in Wirklichkeit „eine biologisch vorteilhafte Praxis“, sie würde nämlich „die Reinheit der Linie erhalten“ und „Nachkommenschaft steigern“. Gardner plädierte weiter, Pädophilie entstehe durch gute Erfahrungen beim Sex zwischen Kindern und Erwachsenen. Spätestens hier fragt man sich, warum dieser Mann nicht strafrechtlich verfolgt wurde anstatt einen Expertentitel zu bekommen. Im Klartext sprechen wir nämlich von Vergewaltigung von Kindern. Zu den Folgen eines solchen „Umgangs“ ein Zitat des Ex-Scotland-Yard-Beamten und Whistleblowers Jon Wedger: „[…] Erst später fand ich heraus, dass Frauen unfähig waren, Kinder zu bekommen, weil ihre Gebärmutter fehlplatziert war aufgrund des Schadens, der ihren jungen Körpern zugefügt wurde. Die Männer hatten Inkontinenzund Rückenprobleme, weil ihr Darm gerissen ist und solche Dinge [...].“ Und das soll eine „vorteilhafte Praxis“ sein?[6] Die Redaktion (batuj.)

RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=